
conluto Architektur-Tagung 2025
Rückblick conluto Architektur-Tagung 2025
Die diesjährige Architektur-Tagung fand am 20. März 2025 im wunderschönen Ambiente des LWL-Freilichtmuseums in Detmold statt. Die historischen Räumlichkeiten des „Weißen Ross“ boten den perfekten Rahmen für die Tagung, die kulinarische Verköstigung und eine stimmungsvolle Abendveranstaltung. Ein besonderes Highlight war die Besichtigung der Baustelle des neuen Eingangsgebäudes mit den bereits fertiggestellten Stampflehmwänden.
Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden! Ihr zahlreiches Erscheinen und Ihr Engagement haben diesen Tag zu etwas Besonderem gemacht. Mit einem abwechslungsreichen Programm, viel Raum für inspirierende Gespräche und Netzwerk-Gelegenheiten sowie strahlendem Sonnenschein war es erneut eine rundum gelungene Veranstaltung.
Besonders danken wir unseren Referent*innen, die mit ihren spannenden Vorträgen und Impulsen den Tag bereichert und uns wertvolle Einblicke gegeben haben.
Dank des wunderbaren Wetters konnten wir eine kleine Mitmach-Baustelle im Innenhof einrichten. Hier hatten alle die Möglichkeit, mit Lehmsteinen und Lehmputzen zu experimentieren und den natürlichen Baustoff hautnah zu erleben.
Ein weiteres Highlight boten die jungen Architekt*innen der TH OWL: In ihrer Ausstellung präsentierten sie spannende Ideen und luden in den Pausen zum fachlichen Austausch ein. Die Förderung des Nachwuchses liegt uns besonders am Herzen, und wir freuen uns, dass dieser Dialog so bereichernd war.
Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr! Merken Sie sich den 19. März 2026 vor – wir sehen uns in Detmold!
Werfen Sie einen Blick auf unsere Fotogalerie und lassen Sie die schönsten Momente der Tagung noch einmal Revue passieren.
Refernt*innen 2025

Prof. Elisabeth Endres, TU Braunschweig, IB Hausladen
Bauklimatik und Haustechnik – LowTech für nachhaltige Gebäude
Wie können Gebäude mit minimalem technischen Aufwand klimafreundlich und energieeffizient gestaltet werden? Frau Endres präsentiert in ihrem Vortrag innovative LowTech-Konzepte, die nachhaltiges Bauen auf ein neues Niveau heben.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem gezielten Einsatz von Lehmbaustoffen, die nicht nur als ökologische Alternative zu konventionellen Materialien dienen, sondern auch ein gesundes Raumklima sowie eine natürliche Feuchtigkeits- und Wärmeregulierung ermöglichen.
Der Vortrag zeigt, wie durch intelligente Planung und den bewussten Verzicht auf aufwendige Gebäudetechnik ressourcenschonende, zukunftsfähige Bauweisen entstehen können. So wird deutlich, dass nachhaltige Architektur nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich und funktional überzeugend sein kann.

Simon Irlbeck, GIMA Lehmziegel, Marklkofen
Tragender Lehmbau – Tradition trifft Moderne
Lehm als nachhaltiger Baustoff gewinnt in der modernen Architektur und Tragwerksplanung zunehmend an Bedeutung. Simon Irlbeck gibt den Teilnehmenden einen spannenden Einblick in die vielseitigen Möglichkeiten und Herausforderungen des zeitgenössischen Lehmsteinbaus.
Ein besonderer Fokus liegt auf der DIN 18940, die die normgerechte Anwendung von Lehmsteinen im tragenden Mauerwerksbau regelt. Anhand praxisnaher Beispiele zeigt Irlbeck, wie sich Lehm harmonisch in innovative Baukonzepte integrieren lässt – von nachhaltigen Wohnhäusern bis hin zu visionären Großprojekten.
Darüber hinaus beleuchtet er die neuesten technischen Entwicklungen und Vorfertigungsprozesse, die den Lehmsteinbau effizienter, ressourcenschonender und zukunftsfähiger machen. Die Teilnehmenden erfahren, wie sich traditionelle Bauweisen mit modernen Anforderungen verbinden lassen und welche gestalterischen Freiheiten sich daraus ergeben.

Mag. Andi Breuss, ANDIBREUSS, Wien
Lehm in Sanierung und Neubau – Innovation trifft Tradition
Wie kann Lehm als nachhaltiger Baustoff sowohl in der Sanierung als auch im Neubau wirkungsvoll eingesetzt werden? Andi Breuss zeigt in seinem Vortrag die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten dieses bewährten Materials und erläutert dessen Potenzial für die moderne Architektur.
Anhand anschaulicher Praxisbeispiele demonstriert er, wie Lehm nicht nur in traditionellen Bauweisen, sondern auch in innovativen Lehm-Holz-Verbundsystemen eingesetzt werden kann. Dabei verbindet er handwerkliches Know-how mit zeitgemäßen technischen Lösungen und zeigt, wie nachhaltiges Bauen ästhetisch, funktional und ressourcenschonend zugleich sein kann.
Der Vortrag liefert wertvolle Einblicke für alle, die sich mit ökologischer Bauweise, klimafreundlicher Sanierung und den neuesten Entwicklungen im Lehmbau auseinandersetzen möchten.


Britta Schebesta und Franziska Müller, Architektinnen
Housing Now! Ein nachhaltiges Bausystem für die urbane Nachverdichtung
Britta Schebesta und Franziska Müller präsentieren in ihrem Vortrag ein innovatives Bausystem, das sie im Rahmen ihrer Masterarbeit Housing Now! an der RWTH Aachen University entwickelt haben – und dessen praktische Umsetzung sie seither aktiv vorantreiben.
Im Mittelpunkt steht der Einsatz natürlicher Materialien wie Lehm, Stroh und Holz, die in einer modularen Bauweise kombiniert werden. So entstehen neue Möglichkeiten, nachhaltige Baustoffe gezielt für die urbane Verdichtung nutzbar zu machen.
Anhand zweier fiktiver Entwürfe veranschaulichen die Referentinnen, wie ihr System sowohl zur Aufstockung bestehender Gebäude als auch zur Schließung von Baulücken eingesetzt werden kann, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Dabei verbinden sie ressourcenschonenden Materialeinsatz mit flexiblen Grundrissen und innovativen sozialen Wohnkonzepten.
Ihr Ziel: zukunftsfähiges, klimagerechtes Bauen vorantreiben – und damit Wege aufzeigen, wie sich nachhaltige Architektur aktiv in die Stadtentwicklung integrieren lässt.

Sebastian Lederer, Architects4Future, München
Lebenszyklusanalyse im Bauwesen – Lehm als nachhaltige Option
Wie nachhaltig ist ein Baustoff wirklich? Sebastian Lederer gibt in seinem Vortrag eine fundierte Einführung in die Lebenszyklusanalyse (LCA) und beleuchtet dabei insbesondere den Baustoff Lehm in verschiedenen Materialkombinationen.
Ein Schwerpunkt liegt auf den Potenzialen der Wiederverwendbarkeit, die Lehm zu einem besonders ressourcenschonenden Baustoff machen. Dabei wird aufgezeigt, wie dieser Ansatz zur Reduzierung der Umweltbelastung beitragen kann.
Um die Relevanz dieses Themas einzuordnen, wirft der Vortrag zudem einen Blick auf die aktuelle politische Lage und kommende regulatorische Entwicklungen, die die Zukunft des nachhaltigen Bauens maßgeblich beeinflussen werden.



Diskussionsrunde u.a. mit Richard Lemke (Prokurist - August Lücking GmbH & Co. KG), Dr. Ipek Ölcüm (Geschäftsführerin - Industrieverband Lehmbaustoffe e.V.) und Jörg Meyer (Inhaber - conluto Vielfalt aus Lehm)
Zukunft wird aus Lehm gemacht – Diskussionsrunde zur Zukunft des Lehmbauens
Die abschließende Diskussionsrunde greift die Kernthemen der vorherigen Vorträge auf und bietet Raum für offene Fragestellungen. Expert*innen aus Industrie, Planung und Baupraxis beleuchten gemeinsam die Potenziale und Herausforderungen des Baustoffs Lehm und ordnen die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich ein.
Ziel der Diskussion ist es, den Teilnehmenden einen ganzheitlichen Überblick über die verschiedenen Bautechniken im Lehmbau zu vermitteln, die im Laufe des Tages in Vorträgen, Ausstellungen und Baustellenführungen vorgestellt wurden.
Diese Runde bietet die Gelegenheit, Erkenntnisse zu vertiefen, neue Perspektiven zu gewinnen und gemeinsam an einer zukunftsfähigen Baukultur mit Lehm zu arbeiten.

Baustellenbegehung Stampflehm-Neubau mit Simon Waigand, ACMS Architekten Wuppertal
Neubau im LWL-Freilichtmuseum – Stampflehm als tragendes Element
Das LWL-Freilichtmuseum Detmold wurde um einen innovativen Neubau erweitert, der eine neue Eingangshalle, Ausstellungsräume sowie zusätzliche Betriebsräume umfasst. In diesem Neubau kommen lasttragende Stampflehmwände zum Einsatz, die zusammen das bisher größte Stampflehmgebäude Deutschlands bilden.
Während der Baustellenbegehung wird Simon Waigand vom Planungsbüro ACMS Architekten die Planung und Umsetzung der Stampflehmwände sowie des Holzbaus detailliert erläutern. Dabei gibt er spannende Einblicke in die technischen Herausforderungen und zeigt auf, wie die flankierenden Anschlüsse der beiden Baumaterialien ingenieurtechnisch optimal integriert wurden.
Die Teilnehmenden erfahren zudem, welche Vorkehrungen bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung notwendig sind und welche Herausforderungen im Bauablauf berücksichtigt werden müssen. Zum Abschluss der Führung gibt es Gelegenheit, alle offenen Fragen zu stellen und direkt von den Erfahrungen der Planung und Umsetzung zu profitieren.
